Fotos aus Prag

Gepostet am 22. November 2012 in Entdeckungen | 1 Kommentar

Die goldene Stadt Prag: Wo sich Epochen, Ethnien und Kulturen treffen

Prag gilt als eine der schönsten Städte Europas. Und tatsächlich scheint die Vielzahl der Fotomotive unerschöpflich. Nicht nur bei Tag hat Prag dem Fotografen einiges zu bieten. In der Nacht sind viele Gebäude beleuchtet. Dabei spielt nicht einmal die Jahreszeit und das Wetter eine Rolle. Prag ist sogar im Regen und vor allem im Nebel fotogen.

Die heutige tschechische Hauptstadt Prag mit ihren etwas über 1,2 Millionen Einwohnern ist durchgängig bereits seit der Altsteinzeit besiedelt und gehört damit zu einer der ältesten Kulturräume in Mittel- und Osteuropa. Kelten, Germanen und Slawen haben die Stadt an der Moldau über die Jahrtausende immer wieder neu geprägt, kulturell bereichert und wirtschaftlich erblühen lassen, durch ihre strategisch günstige Schnittpunktlage zwischen Ost und West war Prag jedoch auch immer wieder Schauplatz erbitterter Auseinander setzungen und Kriege, so etwa im Dreissigjährigen-, Siebenjährigen, im Zweiten Weltkrieg und während des nach ihr benannten Prager Frühlings. Heute entspricht Prag wie schon seit jeher dem alten Sprichwort der „Mutter ganz Böhmens“, die Stadt hat sich aber nach dem Ende des Ostblocks auch sukzessive geöffnet und z.T. neu definiert, sie besitzt ein mittlerweile sehr internationales Flair mit zahlreichen Besuchern aus Europa, Asien und Amerika.

Die berühmtesten aus dem Mittelalter stammenden urbanen Bauwerke sind der Präsidentensitz der Prager Burg aus dem 9., der benachbarte Veitsdom und das Wahrzeichen der Karlsbrücke samt Krönungsweg aus dem 14. Jahrhundert sowie die romanischen, gotischen und barocken Profan- und Sakralbauten rund um den zentralen Markt- und Rathausplatz Altstädter Ring. Die dortigen Gebäude wie das Altstädter Rathaus, die Teynkirche, der alte Handelsplatz Ungelt, der Rokoko-Palais Goltz-Kinský, das Haus zur steinernen Glocke und die Nikolauskirche gehören als integraler Teil des historischen Prag Zentrums zum seit 1992 erklärten UNESCO-Welterbe.

Darüber hinaus haben vor allem das dynamische 19. und frühe 20. Jahrhundert die Stadt in ihrer noch heutigen Erscheinung architektonisch geprägt, so wird die Neustadt mit ihren beiden wichtigsten Plätzen Karls- und Wenzelsplatz auch von zahlreichen Jugendstil- und kubistischen Bauten dominiert, mittlerweile herrscht aber fast in der ganzen Stadt ein Stilmix sämtlicher Epochen. Alt und Neu finden in Prag ein harmonisches Nebeneinander.

Neben ihrer prächtigen und nahezu überall sehr gut konservierten und sanierten Architektur ist die „goldene Stadt“ ebenso als herausragend gastronomische wie auch Kunst- und Kulturmetropole weltweit ein Begriff. Ein sehr vielseitiges Nachtleben mit Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken für jeden Geschmack und Geldbeutel wird durch eine äußerst lebendige und pulsierende Musik- und Galerieszene ergänzt.

Auch hier gilt die für ganz Prag gültige Devise, dass Althergebrachtes wie das Nationalmuseum und urige Bierschänken mit herzhafter Hausmannskost bestens mit neuen Galerien wie etwa den beiden Zentren für gegenwärtige Kunst FUTURA und DOX sowie avantgardistischen Haute-Cuisine-Tempeln harmonieren können. Sehens- und empfehlenswerte Prager Museen sind das Museum der Hauptstadt am Busbahnhof Florenc, das Jüdische Museum im auch sonst interessanten Bezirk Josefov, das Smíchover Biermuseum, das Museum des Kommunismus, das Filmmuseum, das Popmuseum und das Museum der tschechischen Literatur.

Prag ist eine Stadt der Künste

Viele Gallerien stellen Bilder, Skulpturen und Installationen aus. Zum Beispiel auf dem Hof des Kampa-Museums finden sich viele Motive.

David CernyBei diesen Skulpturen fallen in der ganzen Stadt die des Skandalkünstlers David Černý auf. Auf dem Vorplatz des Museum Kampa befinden sich drei Riesenbabys ohne Gesichter: Mimina / Babies nach einem David Černý Koncept von 1995, umgesetzt in Bronze 2008.

Auf dem Hof des Kafka-Museums stehen zwei Figuren, die sich gegenüberstehend, in ein Becken urinieren in dem Sie gerade stehen. Dabei drehen sich die Figuren mechanisch. Bei näherem Betrachten fällt auf, dass dieses Becken die Form Tschechiens hat.

In einem historischen Filmpalast – dem Lucerna in der gleichnamigen Passage hängt ein Pferd an der Decke. Es steht dabei auf dem Kopf und der böhmische Fürst Wenzel sitzt dabei auf dem Bauch des Pferdes.

In Prag liegt die Musik in der Luft

Klassikfans schätzen die Festspiele der weltberühmten Tschechischen Philharmonie und die übers ganze Stadtgebiet verteilten regelmäßigen Kammerkonzerte, auch das traditionelle Musikfestival „Prager Frühling“ widmet sich hauptsächlich klassischen Tönen, es beginnt jedes Jahr zu Ehren des bekannten tschechischen Komponisten Bedřich Smetana an dessen Geburtstag am 12. Mai. Freunde modernerer Klänge zieht es meist in den Stadtteil Žižkov, wo sich Rock-, Pop- und Jazzclubs aneinander reihen, die großen Festivals Prague City Festival, Electronic Beats Festival Prague und Rock for People richten sich ebenso vornehmlich an ein jüngeres Publikum.

Doch in Prag muß niemand einen Konzertsaal oder Club besuchen, Straßenmusiker findet man allerorten. Auch hier ist Vielfalt angesagt. Accordeon- und Gitarrenspieler teilen sich die große Bühne mit Jazz und Rock.

Eine Reise nach Prag macht es leicht mit vollen Filmrollen zurück zu kehren.

Fototipps Prag

Zum Abschluß ein paar Tipps zu Orten die man als Fotograf unbedingt besuchen sollte. Natürlich gibt es in Prag überall etwas zum fotografieren. Hradshin ist sehr beeindruckend, allen voran die St. Veit Kathedrale. Ebenso der Altstädter Ring und das jüdische Viertel. Eigentlich ist die ganze Stadt mit ihren Menschen und ihren Bauwerken ein einziges Motiv. Interessant sind die vielen Türme, die man teilweise auch besteigen kann.
Die folgenden Fototipps sind etwas spezieller und zählen zu meinen Favoriten:

  • Die Karlsbrücke ist meist von Touristen überfüllt. Am sehr frühen Morgen (vor 8:00 Uhr) lassen sich hier aber noch sehr schöne Fotos machen. Gerne auch bei Regen oder Nebel.
  • Am allerbesten läßt sich die Karlsbrücke nebst Moldau und Panorama der Stadt aber vom „Hanavský Pavilon“ – einem Aussichtspunkt am Nordufer – fotografieren: Hanavský Pavilon, Letenské sady 173, 170 00 Praha 7 / Für GPS-Fans: 50,09359, 14,41260.
  • Wer etwas näher an der Karlsbrücke sein möchte findet einen guten Platz in der Cilhelna, einer kleinen Sackgasse, die direkt an das Ufer führt. Das besondere: Hier warten viele Schwäne auf eine Fütterung. Sie geben ein schönes Vordergrund-Motiv ab. GPS-Koordinaten: 50,08854, 14,41101.
  • Die Starßenbahnen in Prag sind sehenswert. Die erste elektrische Tram der Stadt wurde im Jahre 1891 in Betrieb genommen. Da Prag Produktionsstandort des Herstellers ČKD Tatra war, besteht der Fuhrpark überwiegend aus Tatra Bahnen. Die Bahnen lassen sich besonders gut in den Altstadtgassen in Szene setzen. Ein guter Platz hiefür ist die Letenska. Hier Kommen die Bahnen aus einer Unterführung. GPS-Koordinaten: 50,08859 14,40602.
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1 Kommentar

  1. Tolle Fotos und Bericht! Macht Lust wieder Prag zu besuchen. Dort gibt es immer was neues zu entdecken.

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